Das Leben ist manchmal…einfach verrückt

Letzten Sommer, als ich von meiner Reise von Iona, einer Insel in den Hebriden, Schottland, zurückkehrte, war ich die ersten Wochen sprachlos. Etwas hatte sich in mir neu gestaltet. Eine Erkenntnis wollte Fuß fassen, ich fand jedoch keine Worte dafür. Als ich im Oktober auf einen Vortrag zum Thema Trauma von Franz Ruppert ging, fasste er das, was ich erkannt hatte, in Worte. Endlich konnte ich hören, was in mir war. Er erzählte über die verschiedenen Formen des Traumas und nannte als Urtraum die Spaltung von Körper und dem Ich (www.franz-ruppert.de). Daraufhin entschied ich, eine Trauma-Aufstellung in Einzelsitzung zu machen. In der Zeit bis zur Aufstellung war ich sehr unruhig, fast schon rastlos. Ich spürte, ich konnte das, was ich suchte, nicht hier in Österreich finden. Ich wollte reisen…allerdings wusste ich nicht genau wohin. Mit der Zeit wurde ich immer aggressiver, unrunder. Ich war bereit, sofort zu kündigen, zu verreisen, sollte ich wissen, wohin es mich zog. Nach dem Film „Weit“, in dem ein junges Paar durch die Welt reiste, wurde mein Reisedrang fast unerträglich. Freundinnen rieten mir, einfach den ersten Schritt zu wagen. Daraus würde schon der nächste Schritt folgen. Dennoch fühlte es sich nicht stimmig an. Ich wartete die Trauma-Aufstellung ab.

 

Anfang Dezember machte ich diese dann und sah mir etliche traumatische Erlebnisse meines Lebens an. Ein Trauma war, dass ein Teil meines Selbst sich bei meiner Geburt abgespalten hatte, da es durch Narkose betäubt wurde und dann nicht mehr zurückkam. Dieses Erlebnis brachte mich auf die Suche und so fand ich das Weihrauchöl von doTERRA (siehe auch „Meine Erfahrungen mit Frankincense Teil I +II“ auf meiner Homepage www.samanda.net) . In der Aufstellung zeigte sich auch, dass dieser abgespaltene Teil irgendwie von einem Gott besetzt worden war. Allerdings nicht von einem Wesen, es fühlte sich an wie von einem Konstrukt. Es war ein sehr hohes Gottesbild, das mich höhnisch von oben herab betrachtete.  Mir war es in dem Moment nicht wichtig, genaueres darüber zu erfahren. Mir ging es nur darum, diesen abgespaltenen Teil wieder zu integrieren.

Am nächsten Tag bemerkte ich, dass meine Reise-Unruhe verschwunden war. Es war kein Bedürfnis mehr da, in die Welt hinaus zu reisen. Einen Tag später kam zum ersten Mal in meinem Leben so der Wunsch, mit einer organisierten Reisegruppe zu verreisen, so mit Katalog und allem Drumherum. Ich fragte mich: „Na, Samanda, wohin möchtest du denn verreisen?“ Und als Antwort kam ganz spontan: „Kambodscha“: Außer dem Namen und dass es ein Land irgendwo in Asien ist, wusste ich nichts über dieses Land. Also würde ich irgendwann im nächsten Jahr mal dorthin reisen, wenn ich Lust hätte.

 

Anfang Jänner nahm ich an einem 4tägigen Workshop mit den 5 Rhythmen nach Gabrielle Roth teil. Thema war „The Power of Intention“ für das Jahr 2018. In intensiven Tanzübungen (2x 3Std. nonstop täglich ) tanzten wir uns den Zielen für das 2018 entgegen. Am letzten Tag, nach intensiven Auseinandersetzungen mit unseren Zielen, sollten wir diese ganz genau schriftlich formulieren, uns dann in jedes Ziel einschwingen und es dann tänzerisch ausdrücken.

Eines meiner Ziele war ja, Kambodscha zu bereisen. Als ich aufgefordert wurde, dies genauer zu beschreiben, entstanden in mir die Worte „Tempel“ und „Bäume“. Ich vertiefte mich in die Energie des Tempels und ging in die Mitte des Tanzraumes, um diese Energie durch meinen Körper auszudrücken. Ich hatte keine Minute getanzt, als ich plötzlich wie in einem Deja-vue eine riesige Statue von mir sah, mit einem Kopf ganz oben an der Spitze, die mich hochmütig ansah. Voller Wut erklärte ich diesem Bild, dass ich dieses Bild in mir nicht länger akzeptiere und dass ich diese Staute in mir zerstören würde. Dann ging ich zurück zu meinem Platz, um mich in die Energie der Bäume in Kambodscha zu versenken. Dann stand ich auf, ging wieder in die Mitte des Raumes und wieder war ich nach ein paar Bewegungen in Kambodscha. Ich sah einen Tempel mit dieser Gottesstatue und daneben Bäume. Ich spürte, dass diese Bäume irgendwie meine Seele beschützt hatten. ich spürte eine große Dankbarkeit und bedankte mich bei den Bäumen. Abschließend fragte ich, ob es wichtig sein, physisch nach Kambodscha zu fahren oder ob ich dieses vergangene Leben auch von zuhause lösen konnte. Ich bekam als Antwort, dass es wichtig sei, durch die Energie dieser Landschaft meine Zellen zu öffnen.  .„Ich werde nach Kambodscha fahren“, versprach ich mir. Als ich nach Haus kam, ging ich als erstes zu meinem PC und googelte Kambodscha und Tempel.  Was ich dort sah, haute mich fast um. Genau der Tempel mit den Bäumen, die ich innerlich gesehen hatte.

 

Die Wochen vergingen. Im Februar lernte ich auf einem Workshop einen Mann kennen, zu dem ich mich sehr hingezogen fühlte und dem ich auf unerklärlicher Weise tief vertraute. Wir hatten sehr schöne Begegnungen miteinander, für die ich sehr dankbar bin. Zwei Wochen danach begegnete ich ihm wieder auf einer 5Rhythmen-Tanz-Session. In der letzten Phase der 5 Rhythmen ist der Stille-Teil. Ich tanzte und starrte auf eine bestimmte Stelle am Boden. Plötzlich zog es mich wieder nach Kambodscha. Ich sah mich als junges Mädchen, ca. 12-16 Jahre alt, barfuß, geschmückt, sauber, im Tempel von Angkor.- Auf einmal wurde meine Aufmerksamkeit von eben diesem Mann angezogen, der in meiner Nähe tanzte. Obwohl es die Stillephase war, tanzte er sehr ausdrucksstark, ganz in Schwarz gekleidet. Und wieder war es wie ein Deja-vue. Ich sah ihn im Tempel, wie er mich verteidigte, so dass ich Zeit hatte, in den Wald zu rennen. Dort versteckte ich mich in einem Baum, so dass meine Verfolger mich nicht finden konnte. Ich konnte nicht erkennen, was mit diesem Mann, der mir das Leben gerettet hatte, geschehen ist, noch konnte ich erkennen, vor wem ich davonlief und warum. Als die Session zu Ende war, ging ich zu diesem Mann und meinte zu ihm: „Ich sage jetzt etwas zu deiner Seele. Du musst es nicht verstehen. Danke, dass du mein Leben gerettet hast.“ Er strahlte. Ohne irgendwelchen Erklärungen verabschiedeten wir uns. Ich habe ihn seit damals nicht mehr gesehen.

Tempel          Tempel2

Das Leben ist schon irgendwie eigenartig. Ich spüre, wie in diesem vergangenen Leben sich ein großes Geheimnis versteckt, dass mein Leben hier in Europa im Jahr 2018 beeinflusst. Wie und warum weiß ich noch nicht. Wie ein Puzzle enthüllt es sich Stück für Stück und ich werde weiter darauf zu gehen, neugierig und offen, welche Teile meiner Seele sich zeigen möchten, gesehen werden wollen und was immer sie noch brauchen.